Sozialdemokratische Forderungen an eine europäische Gesundheitspolitik

Kein Gesundheitstourismus, sondern „Patientenmobilität“ mit klaren Rahmenbedingungen

Europaabgeordnete Jöns war zu Gast in der Arche

Die Bremer Europaabgeordnete Karin Jöns (SPD) hat jetzt in der „Arche“ mit Schwachhauser Bürgerinnen und Bürgern über sozialdemokratische Forderungen an eine europäische Gesundheitspolitik diskutiert.

Ich freue mich, dass Karin Jöns zu uns in den Stadtteil gekommen ist, um über ein Thema zu sprechen, dass jeden einzelnen von uns betrifft und das auch gesellschaftlich eine immer größere Bedeutung bekommen wird, so der Schwachhauser Bürgerschaftsabgeordnete Rainer Hamann, der Jöns eingeladen hatte. An der Veranstaltung nahmen unter anderem auch zahlreiche Medizinerinnen und Mediziner teil.

Medikamentenmarkt regulieren

Zu den vielfältigen Themen, die bei dem Diskussionsabend angesprochen wurden, gehörte die Forderung nach klaren Rahmenbedingungen auch für stationäre Behandlungen im europäischen Ausland.

Wir wollen keinen Gesundheitstourismus. Patienten sollen aber die Möglichkeit bekommen, sich problemlos in anderen Ländern kurieren zu lassen – zum Beispiel, wenn es dort besonders spezialisierte Kliniken oder Einrichtungen gibt. Qualitätsstandards und Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor müssten auch aus diesem Grund weiter vereinheitlicht werden.

Jöns plädierte außerdem für eine „Transplantations-Hotline“, bei der die Mitgliedsstaaten vernetzt werden und die Kranken bessere Chancen auf ein Spender-Organ verschaffen soll. Ein weiteres Thema waren die in einzelnen Ländern extrem voneinander abweichenden Medikamentenpreise – mit Deutschland als Beispiel für ein besonders „teures“ Land. Die Europaabgeordnete forderte, den Medikamentenmarkt stärker zu regulieren, um die unfassbaren Preisunterschiede besser in den Griff zu bekommen.