Rechtliche und verkehrstechnische Fragen bez. Geschwindigkeitsreduzierungen auf max. 30km/h auf Hauptverkehrsstrassen (Beispiel: Kirchbachstrasse)

Einstimmiger Beschluss des Fachausschusses Verkehr des Beirats Schwachhausen auf Initiative der SPD- Beiratsfraktion am 10. November 2016

Die zuständigen Stellen beantworten bitte diese Fragen:

1. Welche rechtlichen Punkte/ Belange verbieten eine Reduzierung der max. Höchstgeschwindigkeit von 50Km/h auf 30 Km/h jeweils in Teil A und Teil B der Kirchbachstrasse?
2. Welche verkehrstechnischen Aspekte sprechen gegen die Reduzierung der max. Höchstgeschwindigkeit von 50Km/h auf 30 Km/h jeweils in Teil A und Teil B der Kirchbachstrasse?
3. Welche zeitlichen Verzögerungen würden sich für Benutzer durch eine Reduzierung der max. Höchstgeschwindigkeit von 50Km/h auf 30 Km/h jeweils in Teil A und Teil B der Kirchbachstrasse ergeben?
4. Welche Auswirkungen auf den ÖPNV hätte eine Reduzierung der max. Höchstgeschwindigkeit von 50Km/h auf 30 Km/h jeweils in Teil A und Teil B der Kirchbachstrasse?
5. Wie viele Verkehrsunfälle/ welche Arten von Verkehrsunfällen sind auf den beiden Abschnitten in den letzten Jahren verzeichnet worden?
6. Der Landesbehindertenbeauftragten der Freien Hansestadt Bremen möge eine Stellungnahme zu dieser speziellen Problematik in Teil A in Höhe Scharnhorststrasse abgeben: Möglichkeit der Überquerung der Kirchbachstrasse

Innerstädtische Geschwindigkeitsreduzierungen auf Nebenstrassen wie auch auf stadtteilverbindenenden Hauptstrassen sind ein andauerndes Thema in Schwachhausen. Oft werden von Parteien oder Institutionen oder Bürgern entsprechende Vorschläge gemacht. Während auf Nebenstrassen oft parteiübergreifend eine Reduzierung i.d.R. gewünscht ist, ist die Betrachtung von Hauptverbindungen eine besondere Herausforderung. Geschwindigkeitsreduzierungen bedeuten hier mitunter stadtteilübergreifende Veränderungen; die Leistungsfähigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs dürfen in keinem Fall beeinträchtigt werden.
Die aufgeführten Fragen sollen die Erfahrungen der zust. Stellen mit Geschwindigkeitsreduzierungen auf Tempo 30 in anderen Stadtteilen (Beispiel Bismarckstrassse in Bezug auf ein Beispiel in der Kirchbachstrasse deutlich machen. Diese Erfahrungen sind wichtige Bausteine zur Meinungsbildung der Beiratsmitglieder zur Thematik.

die Kirchbachstrasse in Bremen Schwachhausen ist eine wichtige Strasse im Beiratsgebiet

die Kirchbachstrasse in Bremen Schwachhausen ist eine wichtige Strasse im Beiratsgebiet

Teil A: Zwischen-schwachhauser Heerstrase und Ueberfuehrung Kurfürstenallee

Teil A: Zwischen-schwachhauser Heerstrase und Ueberfuehrung Kurfürstenallee

Teil B: Zwischen-UeberfuehrungKurfürstenallee und Eisenbahnbruecke Stolzenauer  Weg

Teil B: Zwischen-UeberfuehrungKurfürstenallee und Eisenbahnbruecke Stolzenauer
Weg

In der Bismarckstrasse auf dem Abschnitt zwischen St.-Jürgen-Straße und Dobbenweg/Schwachhauser Heerstraßegilt ist seit 2010 die Höchstgeschwindigkeit auf 30km/h begrenzt. Dieses wurde im Rahmen des Verkehrskonzeptes Bremen Nordost beschlossen.

Bismarckstrasse in Bremen

Bismarckstrasse in Bremen

Der Abschnitt weist in etwa vergleichbare Verkehrsströme zu vergleichbaren Zeiten auf. In den vergangenen fünf Jahren sind seitens der überwachenden Stellen sicherlich Erkenntnisse in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer und Folgen für die Anwohner sowie Gewerbetreibende erworben worden.

Kommunikation zwischen dem Amt für Straßen und Verkehr und Beirat verbessern

Auf Initiative der SPD- Beiratsfraktion wurde beschlossen:

Der Beirat Schwachhausen missbilligt aus aktuellem Anlass die Vorgehensweise wie das Amt für Straßen und Verkehr [ASV], Bremen die Straßenbaumaßnahmen im Bereich zwischen dem Radweg und der Autofahrbahn in der Kirchbachstraße im Abschnitt zwischen Obernkirchener Straße und Arensburgstraße umgesetzt und kommuniziert hat.

Das ASV wird aufgefordert:

  • derartige Maßnahmen frühzeitig dem Beirat mitzuteilen und diesen entsprechend zu beteiligen.
  • dem Beirat die Richtlinien und Verordnungen zu nennen aus denen hervor geht wie die Gemeinde an derartigen Maßnahmen zu beteiligen ist.
  • die Hintergründe darzulegen die zum Umsetzung dieser Maßnahme geführt haben.

Das ASV hat ohne Beteiligung des Beirates Schwachhausen und damit ohne Beteiligung der Bürger im Bereich zwischen dem Radweg und der Autofahrbahn in der Kirchbachstraße im Abschnitt zwischen Obernkirchener Straße und Arensburgstraße Holzpoller entfernt und wesentlich mehr Holzpoller aufgestellt als ursprünglich vorhanden waren. Des Weiteren wurde die Entwässerung des Fuss- und Radweges erneuert.

Beschluss des Beirats Schwachhausen zum nicht angemeldeten Aufstellen von Pollern

Beschluss des Beirats Schwachhausen zum nicht angemeldeten Aufstellen von Pollern

Pressebericht WK 29.September 2016

Update 11. November 2016: Antwort des ASV auf den Antrag

Antwort des ASV Bremen auf den Antrag: Kommunikation zwischen dem ASV und dem Beirat Schwachhausen verbessern

Antwort des ASV Bremen auf den Antrag: Kommunikation zwischen dem ASV und dem Beirat Schwachhausen verbessern

Kinderfest in Schwachhausen

„Mehr als 250 Menschen haben unser Fest besucht“, so unser Organisationsleiter Uwe Busse. Der Mittelpunkt für die vielen Kinder war natürlich die Hüpfburg.

Für Essen und Getränke haben die Genossinnen und Genossen des Ortsvereins Schwachhausen Süd/Ost gesorgt. Die Senatorinnen Eva Quante-Brandt und Claudia Bogedan führten neben dem Kuchenverkauf zahlreiche Gespräche mit Eltern und Kinden.

Angesprochen wurden Themen aus dem Stadtteil und Bremen:

  • Die Versorgung mit Kita-Plätzen und Ausstattung der Grundschulen in Schwachhausen und Bremen,
  • die Ausstattung der Spielplätze mit Spielgeräten,
  • die allgemeine politische Situation in Bremen.

Spielplatz Schenkendorfwiese

Kinderfest Schwachhausen

Kinderfest Schwachhausen

„Wann ist das nächste Fest?“, so eine junge Besucherin. Wir planen das nächste Fest für 2018.

Kinderfest Ballon

Besonderer Dank an die netten „Stromspender“.

Kinderfest Stromgeber

Rainer Hamann
SPD Schwachhausen Süd/Ost

Hans Koschnick – Botschafter einer neuen Welt

Aus der Zeitschrift des Vereins: Gegen Vergessen für Demokratie 89/ Juni 2016, Seite 36 – 38

Sonja und Wolfgang Eichwede

Hans Koschnick – Botschafter einer neuen Welt

In Erinnerung an Hans Koschnick wurde die „alte Brücke“ von Mostar über die Neretva am 4. Mai diesen Jahres – dem Tage der Trauerfeier im Dom zu Bremen – in die Farben der deutschen Nationalflagge gehüllt. Die Stadt Danzig setzte in Gedanken an ihn ihre Fahnen auf Halbmast. Dies sind in Polen und auf dem Balkan für einen Deutschen ganz und gar ungewöhnliche, ja bewegende Ehrungen. Doch galten sie einem Menschen, der in seinem öffentlichen Wirken über ein halbes Jahrhundert tatsächlich Ungewöhnliches geleistet und weit über die Grenzen seines eigenen Landes hinaus vieles, ja zunächst unmöglich Erscheinendes bewegt hat.

Hans Koschnick war ein Politiker, der dem, was er anpackte, auch seinen Stempel aufdrückte. Er scheute große Worte, aber er lebte für große Ziele und verfügte über eine ebenso bildhafte wie mächtige Sprache. Seine Visionen, die er mit Leidenschaft vertrat, verband er unauflöslich – und ohne Nachsicht – mit der Frage, wie sie eingelöst werden konnten. Theorie und Praxis durften nicht auseinanderdriften, mochte es noch so schwierig sein, sie auch nur schrittweise zusammenzuführen. In diesem Sinne war Koschnick nicht nur Architekt, er war Baumeister und Maurer in einer Person. Er legte selbst Hand an, war immer vor Ort.

Kein Zufall, dass sich sein Name in besonderer Weise mit konkreten Städten – Bremen, Danzig, Mostar – verbindet, in denen er seine Ideen einem Realitätstest unterwarf, aber nicht weniger die Realität nach seinen Ideen zu gestalten suchte. Er war ein Mann der „Polis“, die Politik aus ihrer Anonymität lösen sollte. Niemals verlor er die Tuchfühlung zu seinen Wählern und auch zu denen, die ihn nicht gewählt hatten. Als Bürgermeister, Abgeordneter oder Bevollmächtigter in den unterschiedlichsten Funktionen konnte er gar nicht anders, als nach konkreten Lösungen Ausschau zu halten und Kompromisse zu akzeptieren. Notwendigerweise kannte er alle Winkelzüge der Macht – seinen eigenen Kompass bewahrte er sich dennoch. Im Übrigen verstand er Kompromisse in Gesellschaften mit widerstreitenden Interessen immer auch als eine Form des Ausgleichs. Ihr haftete kein Mangel an – sie zählte zum Kernbestand seines politischen Denkens.

Die Freie Hansestadt Bremen war sein ureigenes „Spielfeld“. Hier war er aufgewachsen, hier machte er politische Karriere. Von hier aus wirkte er in die Welt. Seine Eltern hatten im Widerstand gegen Hitler gestanden, Vater wie Mutter verbrachten Jahre im Gefängnis und im KZ-Sachsenhausen, den Krieg erlebte der junge Hans hautnah. Beide Erfahrungen prägten ihn über sein gesamtes Leben und bestimmten sein unbedingtes Plädoyer für Frieden und gegen Gewalt. Es galt, ein anderes Deutschland zu bauen und in die europäische Zivilisation zurückzuführen. So engagierte sich Hans Koschnick schon frühzeitig in der Politik und gab der Stadt in den 18 Jahren seiner Bürgermeisterschaft (1967 – 1985) mit einer offenen Dialogkultur, mit der Gründung der Universität und der Ansiedlung moderner Industrien ein neues Profil.

Als eine der Traditionswerften, die AG Weser, zusammenbrach, stellte er sich den verzweifelten Arbeitern und gestand ein, selbst am Ende seiner Macht zu sein. In seiner Aufrichtigkeit wurde Hans Koschnick zum Inbegriff sozialer Verantwortung und gewann die Herzen jener, mit denen er gemeinsam verlor. Seine Kraft, die Wahrheit zu sagen, machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung unter Politikern – und schuf ein Fundament an Vertrauen, das kaum zu erschüttern war. Auf ihn war Verlass. Nicht umsonst wurde er in Bremen der „große Manitu“ genannt. Hans Koschnick konnte sich nicht verstellen. Wo immer er auftrat – sein Wort hatte Gewicht. Glatte Formeln oder abgegriffene Floskeln waren ihm fremd. Selbst in Wahlkampfreden hinterfragte er sich. Es war die Wucht seiner Persönlichkeit, die den Argumenten, die er vortrug, ihre Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft verlieh

Schon in den fünfziger Jahren knüpfte der Bremer Sozialdemokrat Kontakte zu dem Jugoslawien Josip Broz Titos, der Stalin die Stirn geboten hatte, wenig später nach Polen. Von daher war es nur folgerichtig, dass er nach 1969 zum flammenden Verfechter von Willy Brandts „neuer Ostpolitik“ wurde. Brückenschläge zu den Opfern des deutschen Krieges und der deutschen Vernichtungspolitik waren für ihn ein kategorischer Imperativ. Auch Israel war in seinem Blick. Nach dem Attentat auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München entsandte Willy Brandt Hans Koschnick nach Tel Aviv, um das Verhältnis zu dem jüdischen Staat frei von Schaden zu halten. Mitte der siebziger Jahre – genau dreißig Jahre nach der Konferenz von Potsdam – feierte die Entspannungspolitik zwischen dem Ost und West in der Schlussakte von Helsinki (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa / KSZE) ihren Höhepunkt.

Europa suchte nach Wegen aus der Teilung des Kontinents. Hans Koschnick baute einen solchen Weg mit der ersten (west)deutsch-polnischen Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Gdansk/Danzig 1976. Es war eine Pioniertat. Willy Brandts „Ostpolitik“ wurde in den Alltag der beiden Städte geholt. Die Detente wurde gelebt. Wieder lässt sich die Grundphilosophie des Hanseaten erkennen, große Ziele bis zu den einzelnen Menschen durchzudeklinieren und erfahrbar zu machen. Dabei verstand er den Aufbau eines neuen Verhältnisses zu Polen auch als Schritt, das eigene Land zu verändern und die deutsche Geschichte in ihrer historischen Schuld neu zu begreifen.

Nur wenige Jahre später wurde Danzig zum Geburtsort der Solidarnosc, der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Polen, die letztlich das Regime der kommunistischen Herrschaft aus den Angeln heben sollte. Die Sympathie des Arbeiterkindes und Sozialdemokraten gehörte den revoltierenden Arbeitern – sie entsprachen seinem sozialen Gewissen und verkörperten das polnische Volk mehr als die ihrer Legitimation beraubte Regierung. Doch konnte er sich als Staatsmann nicht aus den Zwang lösen, weiterhin zu den Machtträgern in Warschau Kontakt zu halten. Koschnick zählte zu den äußerst seltenen Politikern, die sich auch in solchen Spannungslagen und bitteren Widersprüchen treu bleiben konnten. Dass er in Danzig nahezu zuhause war, half ihm. Auch unter den Bedingungen des Kriegsrechts in Polen traf er den Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft, Lech Walesa, den andere deutsche Politiker tunlichst mieden.

In der Tradition seiner Familie war er ein Mann, der Frieden und Ausgleich zwischen den Völkern Europas als oberstes Gebot betrachtete, um sich dennoch durch Militärdiktaturen nicht den Blick auf die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse verstellen zu lassen. Jahre später notierte er in einem nachdenklichen Rückblick, dass seine Partei (zumal in der Opposition) den „Freiheitsaspekt“ gegenüber dem „Friedensaspekt“ in der Ostpolitik vernachlässigt und die Menschenrechtsbewegungen weit über Polen hinaus nicht angemessen in ihrer historischen Bedeutung eingeschätzt habe. Schließlich hatte er 1980/1982 die Gründung der Forschungsstelle Osteuropa innerhalb der Bremer Universität unterstützt, die sich insbesondere der Sammlung und Geschichte den Untergrund- und Widerstandskulturen in den kommunistischen Diktaturen widmete.

1989 wurde das Jahr von Europas friedlichen Revolutionen. Die Völker jenseits des „Eisernen Vorhangs“ nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Im Zusammenbruch des eigenen Imperiums vollbrachte die UdSSR unter Führung von Michail Gorbatschow nach 1945 ihre größte Tat: sie akzeptierte ihr Ende. Auch Hans Koschnick hielt den Atem an. Auf dem Balkan aber begann mit dem Zerfall Jugoslawiens ein Bürgerkrieg und ein Krieg zwischen Ethnien und Religionsgemeinschaften, der zehntausenden von Menschen das Leben kostete. Nur wenige geschichtliche Augenblicke nach seiner denkbar größten „Feierstunde“ 1989 stand der Kontinent vor seiner blutigsten Katastrophe der Nachkriegszeit. Die Europäische Union berief Hans Koschnick 1994 zum Administrator nach Mostar, um in dem zerstörten Herzen von Bosnien-Herzegowina die Wunden des Mordens und der Zerstörung zu heilen. Vielleicht war es die schwierigste Aufgabe, die EU je zu vergeben hatte. Sie fand in Hans Koschnick einen außergewöhnlichen Mann, der Außergewöhnliches zu leisten vermochte. Er fragte nicht, wie er immer wieder betonte, nach Schuld der serbischen, kroatischen oder muslimisch-bosnischen Kampfverbände.

Sein Ziel war, den Opfern, den Leidtragenden auf allen Seiten zu helfen. Die Wiederherstellung von Wasserleitungen wurde jenseits des nationalen oder ethnischen Hasses zu einem ersten Kooperationsprojekt, die behelfsmäßige Brücke aus Seilen über die Neretva zum tastenden Versuch eines friedlichen Arrangements. Bremens einstiger Pazifist überlebte mehrere Attentate und stellte sich nach den Erschießungen von Srebrenica die Frage, ob militärische Gewalt nicht doch notwendig sein könne, um noch schlimmere Gewalt zu verhindern. Auch wenn Koschnick 1996 sein Amt aufgab, bleiben die Jahre in Mostar ein Beispiel von Friedensarbeit, die europäische Geschichte schrieb. Dass ein Deutscher auf dem Balkan zum Symbol einer – gewiss noch lange nicht gelungenen – Aussöhnung wurde, kommt einer Leistung gleich, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Auch in den Jahren danach blieb der Ex-Bürgermeister aktiv, ja er wurde zu einer Institution, deren Rat nachgefragt und gebraucht wurde. Vielleicht noch wichtiger aber war, dass auch er Rat suchte. Ist es erlaubt, an dieser Stelle aus der allgemeinen Würdigung herauszuspringen und persönliche Erinnerungen einzufügen? Hans hat mich – Sonja – in meinem kritischen Denken sehr geprägt. Von klein auf wurde ich in die Unterhaltungen mit Christine, seiner Frau, und Hans eingebunden. Hans fragte immer nach meiner Meinung – ich wusste, ich werde mitdiskutieren müssen. Zunächst war ich aufgeregt, auch schüchtern. Anschließend genoss ich das Gefühl, ernstgenommen zu werden und auch eine Stimme zu haben. Jede Meinung zählte. Wie Hans Koschnick über sein gesamtes Leben in seinem Herzen wie in seinem Kopf ein Rebell blieb, ein Querdenker auch in hohen staatlichen Funktionen, mahnte er uns – die nächste Generation – zu kritischen Fragen, ja er forderte sie ein. Wir seien „zu angepasst“, würden allzu sehr in bestehenden Strukturen denken, sie als unabänderlich verstehen, während wir über den Tag hinaus blicken müssten. Unsere Aufgabe sei nicht die Fortschreibung des „Heute“, sondern die Öffnung für das „Morgen“. Ohne die Regeln der Zeit zu ignorieren, müsse man ihr immer ein Stück weit voraus sein. Ihm wollte nicht in den Sinn, dass die Globalisierung – die wachsende Einheit der Welt – mit einer ebenso wachsenden Schere von Armut und Reichtum bezahlt würde. Wenn die Welt aus den Fugen laufe, müssten neue Kräfte mobilisiert werden. Das sei unsere Aufgabe.

Koschnick hasste das Gerede von der „Alternativlosigkeit“ einer einzementierten Politik, die gegenwärtig so gerne beschworen wird. Ohne die Suche nach Alternativen hätte es keine Epoche Willy Brandts und kein „1989“ gegeben. Für den visionären Realisten oder realistisch denkenden Visionär gehörten Wort und Tat untrennbar zusammen. Im Mittelpunkt seines Handelns stand die Frage, wie die weithin postulierte „Würde des Menschen“ geschützt, ausgestaltet und mit Inhalt gefüllt werden könne. Seine Politik war Dialog und Hand anlegen. Er selbst: kantig, wissbegierig, provokativ, fragend, manchmal verschmitzt, in jedem Fall ungeschminkt, eine Fundgrube an historischem Wissen, innig verbunden mit seiner Frau Christine, die ihm über 62 Jahre Ehe eine ebenso starke wie liebevolle Partnerin war. Er ist undenkbar ohne sie.

Hans Koschnick schuf ein eigenes Kapitel an politischer Kultur, ohne die die Bundesrepublik viel, viel ärmer wäre. Oder kann man sagen: es gab eine Koschnick-Kultur von Politik? Sie setzte eine hohe Messlatte. Hans Koschnick schlug Brücken und öffnete Türen. Nun müssen wir sie gehen. Sein Wirken weist Europa einen Weg nach den Werten der Aufklärung.

Wolfgang Eichwede, Historiker, 1974 – 2007 Professor für Zeitgeschichte Osteuropas in der Universität Bremen. 1982 – 2008 Gründer und Direktor der Forschungsstelle Osteuropa in Bremen.
Sonja Eichwede, 2007 – 2013 Jurastudium in Tübingen und Oslo, 2013 – 2015 Referendariat in Bremen, Nairobi, Berlin und New York. Gegenwärtig Trainee beim Europarat in Straßburg.

Beide waren mit Hans Koschnick gut befreundet.

Einladung zum Kinderfest

Am 21. August feiern wir unser Kinderfest auf der Schenkendorfwiese.

Für Gespräche haben wir eingeladen:

  • Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz
  • Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung
  • Rainer Hamann, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft
  • Stefan Pastoor und Shantha Chaudhuri, Beirat Schwachhausen

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Spargelessen in Ahausen mit Exkursion in die Wümme-Auen

Das diesjährige Spargelessen war wie immer köstlich. Spargel satt genießen im Bauerngarten. Anschließend haben wir die Wümme-Auen erkundet. Dr. Burghard Wittig von der niedersächsischen Naturschutzbehörde führte uns die Umwandlung von Ackerflächen in Auenland in der Natur vor. Er wies vor allem auf die Bedeutung für Flora, Fauna und Hochwasserschutz hin. Biber und Fischotter haben sich wieder angesiedelt, zahlreiche Pflanzen erobern sich ihre Lebensräume zurück.

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Dagmar Burgdorf

Ausflug nach Lilienthal

Ortsbesichtigung im Umland

Zusammen mit Genossen aus Horn und Borgfeld besuchten wir Lilienthal. Die Genossinnen und Genossen haben ein umfangreiches Besuchsprogramm zusammengestellt.

Rathaus Lilienthal

Ausflug Lilienthal

Sternwarte Lilienthal

Der Nachbau einer Sternwarte aus dem 18. Jahrhundert wurde Frühjahr 2016. Der Astronom Johann Hieronymus Schroeter hatte Lilienthal ab 1782 zu einem astronomischen Zentrum gemacht. Der an Astronomie interessierte Oberamtmann Schroeter gründete 1782 die Forschungseinrichtung und baute in seinem Garten eine erste Beobachtungsstation für Himmelskörper ein. Lilienthal wurde dadurch berühmt – viele Besucher kamen und besuchten die Forschungseinrichtung, zum Beispiel Karl Friedrich Gauß, Friedrich Wilhelm Bessel, Heinrich Wilhelm Olbers.

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Besuch im Müllheizkraftwerk

Der Strom kommt aus der Steckdose

Auf Einladung von SWB sind Kolleginnen und Kollegen von VERDI durch das Müllheizkraftwerk geführt worden. Es ist das einzige Kraftwerk in Bremen, das Gewinn erwirtschaftet.

Gleich am Eingang werden die mit Müll beladenen LKWs gewogen und werden durch eine Schranke auf Radioaktivität geprüft. Dabei handelt es sich in der Regel um Abfall der Krankenhäuser. Der wird dann gesondert für ein paar Tage gelagert u. kommt dann in die Verbrennung. Die Schlacke wird im Straßenbau als Untergrund für die Asphaltdecke verbraucht. Sie ist frei von Schadstoffen, die bei 1000° mitverbrannt wurden.

Müllkraftwerk

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Besuch im Weserkraftwerk

Heute besuchen wir ein Kraftwerk.

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Bei unserem Besuch des Weserkraftwerks haben wir viel Neues und Interessantes erfahren. Jede Bremerin und jeder Bremer kannte das Weserwehr in Hastedtmit der Schleuse und den rauschenden Wassermassen.

Das neue Weserkraftwerk Bremen ersetzt das Kraftwerk von 1911. Effizenter und umweltfreundlicher ist es. Rund 17.000 Haushalte können mit dem hier erzeugten Strom versorgt werden. Beeindruckend die unterirdischen Turbinenanlagen im Krafthaus, das wir aus Sicherheitsgründen nur mit Bauhelm betreten durften.

Auch an die Fische ist gedacht: mittels eigener Fischtreppe und Fischschleuse gelangen die Tiere von Ober- in die Unterweser und umgekehrt.
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Rückblick: Ostern 2016

Gespräche und Schokolade

Am Sonnabend, 26. März waren wir von 10:00 bis 12:30 Uhr vor dem REWE Markt Schwachhauser Heerstraße mit unserem Informationsstand unterwegs.

Viele Gespräche zu Themen wie Versorgung mit Kita-Plätzen, Qualität der Schulen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Freihandel – Position der SPD zu TTIP.

Der Infostand war auch Treffpunkt von Genossinnen und Genossen aus dem Ortsverein.

Ostern 2016