„Venture Capital – Chancen und Nutzen für Bremen und Bremerhaven“

Diskussionsveranstaltung im Postamt 5

„Venture Capital – Chancen und Nutzen für Bremen und Bremerhaven“

Datum

Donnerstag, 16. März 2017
FabLab Bremen e. V.
Postamt 5 – An der Weide 50 – 28195 Bremen

von 18:00 bis 20:00 Uhr

Begrüßung

Impulsvortrag – „Venture Capital als regionaler Impulsgeber“

Impulsvortrag – „Venture Capital – Chancen für den Wissenschaftsstandort Bremen“

Diskussionsrunde – Chancen und Nutzen von Venture Capital

Welche Bedingungen und Anforderungen müssen geschaffen werden, damit sich Venture Capital in Bremen und Bremerhaven entfalten kann?

  • Ulrike Hinrichs, Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften
  • Prof. Dr. Jörg Freiling, Lehrstuhlinhaber LEMEX, Universitat Bremen
  • Dr. Dagmar Burgdorf, Vorsitzende des Wissenschaftsforums, SPD Bremen
  • Peter Perkuhn, Wirtschaftsberater in Bremen

Moderation

  • Rainer Hamann, MdBB, SPD Fraktion

Einladung

Einladung und Programm: „Venture Capital – Chancen und Nutzen für Bremen und Bremerhaven“

Veranstalter und Ansprechpartner für Rückfragen
SPD Schwachhausen Süd/Ost
Rainer Hamann
(0171) 8 439 429
info@rhhb.de

Jubilahrehrung

Immer wieder ein ganz besonders schöner Termin im Kalenderjahr des Ortsvereins: die Jubilarehrung.

Ehrung 2016

Für 40 Mitgliedschaft wurden geehrt: Marita Wessel-Niepel Für 50 Jahre Mitgliedschaft Hans-Peter Rundshagen und Wolfgang Schneider. Dazwischen die SPD Landesvorsitzende Sascha Aulepp. Unser Vorsitzender Rainer Hamann (hinten).

Nikolaus 2016

Wie jedes Jahr eine schön Tradition. am 6. Dezember waren wir wieder vor dem REWE Markt Schwachhauser Heerstraße unterwegs und haben Süßigkeiten an die Kinder verteilt.

Ein besonderer Dank an unseren neuen Genossen aus Hessen der gleich seinen ersten Einsatz im neuen Ortsverein Schwachhausen Süd/Ost hatte.

Nikolaus 2016

Rechtliche und verkehrstechnische Fragen bez. Geschwindigkeitsreduzierungen auf max. 30km/h auf Hauptverkehrsstrassen (Beispiel: Kirchbachstrasse)

Einstimmiger Beschluss des Fachausschusses Verkehr des Beirats Schwachhausen auf Initiative der SPD- Beiratsfraktion am 10. November 2016 Weiterlesen

Kinderfest in Schwachhausen

„Mehr als 250 Menschen haben unser Fest besucht“, so unser Organisationsleiter Uwe Busse. Der Mittelpunkt für die vielen Kinder war natürlich die Hüpfburg.

Für Essen und Getränke haben die Genossinnen und Genossen des Ortsvereins Schwachhausen Süd/Ost gesorgt. Die Senatorinnen Eva Quante-Brandt und Claudia Bogedan führten neben dem Kuchenverkauf zahlreiche Gespräche mit Eltern und Kinden.

Angesprochen wurden Themen aus dem Stadtteil und Bremen:

  • Die Versorgung mit Kita-Plätzen und Ausstattung der Grundschulen in Schwachhausen und Bremen,
  • die Ausstattung der Spielplätze mit Spielgeräten,
  • die allgemeine politische Situation in Bremen.

Spielplatz Schenkendorfwiese

Kinderfest Schwachhausen

Kinderfest Schwachhausen

„Wann ist das nächste Fest?“, so eine junge Besucherin. Wir planen das nächste Fest für 2018.

Kinderfest Ballon

Besonderer Dank an die netten „Stromspender“.

Kinderfest Stromgeber

Rainer Hamann
SPD Schwachhausen Süd/Ost

Hans Koschnick – Botschafter einer neuen Welt

Aus der Zeitschrift des Vereins: Gegen Vergessen für Demokratie 89/ Juni 2016, Seite 36 – 38

Sonja und Wolfgang Eichwede

Hans Koschnick – Botschafter einer neuen Welt

In Erinnerung an Hans Koschnick wurde die „alte Brücke“ von Mostar über die Neretva am 4. Mai diesen Jahres – dem Tage der Trauerfeier im Dom zu Bremen – in die Farben der deutschen Nationalflagge gehüllt. Die Stadt Danzig setzte in Gedanken an ihn ihre Fahnen auf Halbmast. Dies sind in Polen und auf dem Balkan für einen Deutschen ganz und gar ungewöhnliche, ja bewegende Ehrungen. Doch galten sie einem Menschen, der in seinem öffentlichen Wirken über ein halbes Jahrhundert tatsächlich Ungewöhnliches geleistet und weit über die Grenzen seines eigenen Landes hinaus vieles, ja zunächst unmöglich Erscheinendes bewegt hat.

Hans Koschnick war ein Politiker, der dem, was er anpackte, auch seinen Stempel aufdrückte. Er scheute große Worte, aber er lebte für große Ziele und verfügte über eine ebenso bildhafte wie mächtige Sprache. Seine Visionen, die er mit Leidenschaft vertrat, verband er unauflöslich – und ohne Nachsicht – mit der Frage, wie sie eingelöst werden konnten. Theorie und Praxis durften nicht auseinanderdriften, mochte es noch so schwierig sein, sie auch nur schrittweise zusammenzuführen. In diesem Sinne war Koschnick nicht nur Architekt, er war Baumeister und Maurer in einer Person. Er legte selbst Hand an, war immer vor Ort.

Kein Zufall, dass sich sein Name in besonderer Weise mit konkreten Städten – Bremen, Danzig, Mostar – verbindet, in denen er seine Ideen einem Realitätstest unterwarf, aber nicht weniger die Realität nach seinen Ideen zu gestalten suchte. Er war ein Mann der „Polis“, die Politik aus ihrer Anonymität lösen sollte. Niemals verlor er die Tuchfühlung zu seinen Wählern und auch zu denen, die ihn nicht gewählt hatten. Als Bürgermeister, Abgeordneter oder Bevollmächtigter in den unterschiedlichsten Funktionen konnte er gar nicht anders, als nach konkreten Lösungen Ausschau zu halten und Kompromisse zu akzeptieren. Notwendigerweise kannte er alle Winkelzüge der Macht – seinen eigenen Kompass bewahrte er sich dennoch. Im Übrigen verstand er Kompromisse in Gesellschaften mit widerstreitenden Interessen immer auch als eine Form des Ausgleichs. Ihr haftete kein Mangel an – sie zählte zum Kernbestand seines politischen Denkens.

Die Freie Hansestadt Bremen war sein ureigenes „Spielfeld“. Hier war er aufgewachsen, hier machte er politische Karriere. Von hier aus wirkte er in die Welt. Seine Eltern hatten im Widerstand gegen Hitler gestanden, Vater wie Mutter verbrachten Jahre im Gefängnis und im KZ-Sachsenhausen, den Krieg erlebte der junge Hans hautnah. Beide Erfahrungen prägten ihn über sein gesamtes Leben und bestimmten sein unbedingtes Plädoyer für Frieden und gegen Gewalt. Es galt, ein anderes Deutschland zu bauen und in die europäische Zivilisation zurückzuführen. So engagierte sich Hans Koschnick schon frühzeitig in der Politik und gab der Stadt in den 18 Jahren seiner Bürgermeisterschaft (1967 – 1985) mit einer offenen Dialogkultur, mit der Gründung der Universität und der Ansiedlung moderner Industrien ein neues Profil.

Als eine der Traditionswerften, die AG Weser, zusammenbrach, stellte er sich den verzweifelten Arbeitern und gestand ein, selbst am Ende seiner Macht zu sein. In seiner Aufrichtigkeit wurde Hans Koschnick zum Inbegriff sozialer Verantwortung und gewann die Herzen jener, mit denen er gemeinsam verlor. Seine Kraft, die Wahrheit zu sagen, machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung unter Politikern – und schuf ein Fundament an Vertrauen, das kaum zu erschüttern war. Auf ihn war Verlass. Nicht umsonst wurde er in Bremen der „große Manitu“ genannt. Hans Koschnick konnte sich nicht verstellen. Wo immer er auftrat – sein Wort hatte Gewicht. Glatte Formeln oder abgegriffene Floskeln waren ihm fremd. Selbst in Wahlkampfreden hinterfragte er sich. Es war die Wucht seiner Persönlichkeit, die den Argumenten, die er vortrug, ihre Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft verlieh

Schon in den fünfziger Jahren knüpfte der Bremer Sozialdemokrat Kontakte zu dem Jugoslawien Josip Broz Titos, der Stalin die Stirn geboten hatte, wenig später nach Polen. Von daher war es nur folgerichtig, dass er nach 1969 zum flammenden Verfechter von Willy Brandts „neuer Ostpolitik“ wurde. Brückenschläge zu den Opfern des deutschen Krieges und der deutschen Vernichtungspolitik waren für ihn ein kategorischer Imperativ. Auch Israel war in seinem Blick. Nach dem Attentat auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München entsandte Willy Brandt Hans Koschnick nach Tel Aviv, um das Verhältnis zu dem jüdischen Staat frei von Schaden zu halten. Mitte der siebziger Jahre – genau dreißig Jahre nach der Konferenz von Potsdam – feierte die Entspannungspolitik zwischen dem Ost und West in der Schlussakte von Helsinki (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa / KSZE) ihren Höhepunkt.

Europa suchte nach Wegen aus der Teilung des Kontinents. Hans Koschnick baute einen solchen Weg mit der ersten (west)deutsch-polnischen Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Gdansk/Danzig 1976. Es war eine Pioniertat. Willy Brandts „Ostpolitik“ wurde in den Alltag der beiden Städte geholt. Die Detente wurde gelebt. Wieder lässt sich die Grundphilosophie des Hanseaten erkennen, große Ziele bis zu den einzelnen Menschen durchzudeklinieren und erfahrbar zu machen. Dabei verstand er den Aufbau eines neuen Verhältnisses zu Polen auch als Schritt, das eigene Land zu verändern und die deutsche Geschichte in ihrer historischen Schuld neu zu begreifen.

Nur wenige Jahre später wurde Danzig zum Geburtsort der Solidarnosc, der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Polen, die letztlich das Regime der kommunistischen Herrschaft aus den Angeln heben sollte. Die Sympathie des Arbeiterkindes und Sozialdemokraten gehörte den revoltierenden Arbeitern – sie entsprachen seinem sozialen Gewissen und verkörperten das polnische Volk mehr als die ihrer Legitimation beraubte Regierung. Doch konnte er sich als Staatsmann nicht aus den Zwang lösen, weiterhin zu den Machtträgern in Warschau Kontakt zu halten. Koschnick zählte zu den äußerst seltenen Politikern, die sich auch in solchen Spannungslagen und bitteren Widersprüchen treu bleiben konnten. Dass er in Danzig nahezu zuhause war, half ihm. Auch unter den Bedingungen des Kriegsrechts in Polen traf er den Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft, Lech Walesa, den andere deutsche Politiker tunlichst mieden.

In der Tradition seiner Familie war er ein Mann, der Frieden und Ausgleich zwischen den Völkern Europas als oberstes Gebot betrachtete, um sich dennoch durch Militärdiktaturen nicht den Blick auf die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse verstellen zu lassen. Jahre später notierte er in einem nachdenklichen Rückblick, dass seine Partei (zumal in der Opposition) den „Freiheitsaspekt“ gegenüber dem „Friedensaspekt“ in der Ostpolitik vernachlässigt und die Menschenrechtsbewegungen weit über Polen hinaus nicht angemessen in ihrer historischen Bedeutung eingeschätzt habe. Schließlich hatte er 1980/1982 die Gründung der Forschungsstelle Osteuropa innerhalb der Bremer Universität unterstützt, die sich insbesondere der Sammlung und Geschichte den Untergrund- und Widerstandskulturen in den kommunistischen Diktaturen widmete.

1989 wurde das Jahr von Europas friedlichen Revolutionen. Die Völker jenseits des „Eisernen Vorhangs“ nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Im Zusammenbruch des eigenen Imperiums vollbrachte die UdSSR unter Führung von Michail Gorbatschow nach 1945 ihre größte Tat: sie akzeptierte ihr Ende. Auch Hans Koschnick hielt den Atem an. Auf dem Balkan aber begann mit dem Zerfall Jugoslawiens ein Bürgerkrieg und ein Krieg zwischen Ethnien und Religionsgemeinschaften, der zehntausenden von Menschen das Leben kostete. Nur wenige geschichtliche Augenblicke nach seiner denkbar größten „Feierstunde“ 1989 stand der Kontinent vor seiner blutigsten Katastrophe der Nachkriegszeit. Die Europäische Union berief Hans Koschnick 1994 zum Administrator nach Mostar, um in dem zerstörten Herzen von Bosnien-Herzegowina die Wunden des Mordens und der Zerstörung zu heilen. Vielleicht war es die schwierigste Aufgabe, die EU je zu vergeben hatte. Sie fand in Hans Koschnick einen außergewöhnlichen Mann, der Außergewöhnliches zu leisten vermochte. Er fragte nicht, wie er immer wieder betonte, nach Schuld der serbischen, kroatischen oder muslimisch-bosnischen Kampfverbände.

Sein Ziel war, den Opfern, den Leidtragenden auf allen Seiten zu helfen. Die Wiederherstellung von Wasserleitungen wurde jenseits des nationalen oder ethnischen Hasses zu einem ersten Kooperationsprojekt, die behelfsmäßige Brücke aus Seilen über die Neretva zum tastenden Versuch eines friedlichen Arrangements. Bremens einstiger Pazifist überlebte mehrere Attentate und stellte sich nach den Erschießungen von Srebrenica die Frage, ob militärische Gewalt nicht doch notwendig sein könne, um noch schlimmere Gewalt zu verhindern. Auch wenn Koschnick 1996 sein Amt aufgab, bleiben die Jahre in Mostar ein Beispiel von Friedensarbeit, die europäische Geschichte schrieb. Dass ein Deutscher auf dem Balkan zum Symbol einer – gewiss noch lange nicht gelungenen – Aussöhnung wurde, kommt einer Leistung gleich, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Auch in den Jahren danach blieb der Ex-Bürgermeister aktiv, ja er wurde zu einer Institution, deren Rat nachgefragt und gebraucht wurde. Vielleicht noch wichtiger aber war, dass auch er Rat suchte. Ist es erlaubt, an dieser Stelle aus der allgemeinen Würdigung herauszuspringen und persönliche Erinnerungen einzufügen? Hans hat mich – Sonja – in meinem kritischen Denken sehr geprägt. Von klein auf wurde ich in die Unterhaltungen mit Christine, seiner Frau, und Hans eingebunden. Hans fragte immer nach meiner Meinung – ich wusste, ich werde mitdiskutieren müssen. Zunächst war ich aufgeregt, auch schüchtern. Anschließend genoss ich das Gefühl, ernstgenommen zu werden und auch eine Stimme zu haben. Jede Meinung zählte. Wie Hans Koschnick über sein gesamtes Leben in seinem Herzen wie in seinem Kopf ein Rebell blieb, ein Querdenker auch in hohen staatlichen Funktionen, mahnte er uns – die nächste Generation – zu kritischen Fragen, ja er forderte sie ein. Wir seien „zu angepasst“, würden allzu sehr in bestehenden Strukturen denken, sie als unabänderlich verstehen, während wir über den Tag hinaus blicken müssten. Unsere Aufgabe sei nicht die Fortschreibung des „Heute“, sondern die Öffnung für das „Morgen“. Ohne die Regeln der Zeit zu ignorieren, müsse man ihr immer ein Stück weit voraus sein. Ihm wollte nicht in den Sinn, dass die Globalisierung – die wachsende Einheit der Welt – mit einer ebenso wachsenden Schere von Armut und Reichtum bezahlt würde. Wenn die Welt aus den Fugen laufe, müssten neue Kräfte mobilisiert werden. Das sei unsere Aufgabe.

Koschnick hasste das Gerede von der „Alternativlosigkeit“ einer einzementierten Politik, die gegenwärtig so gerne beschworen wird. Ohne die Suche nach Alternativen hätte es keine Epoche Willy Brandts und kein „1989“ gegeben. Für den visionären Realisten oder realistisch denkenden Visionär gehörten Wort und Tat untrennbar zusammen. Im Mittelpunkt seines Handelns stand die Frage, wie die weithin postulierte „Würde des Menschen“ geschützt, ausgestaltet und mit Inhalt gefüllt werden könne. Seine Politik war Dialog und Hand anlegen. Er selbst: kantig, wissbegierig, provokativ, fragend, manchmal verschmitzt, in jedem Fall ungeschminkt, eine Fundgrube an historischem Wissen, innig verbunden mit seiner Frau Christine, die ihm über 62 Jahre Ehe eine ebenso starke wie liebevolle Partnerin war. Er ist undenkbar ohne sie.

Hans Koschnick schuf ein eigenes Kapitel an politischer Kultur, ohne die die Bundesrepublik viel, viel ärmer wäre. Oder kann man sagen: es gab eine Koschnick-Kultur von Politik? Sie setzte eine hohe Messlatte. Hans Koschnick schlug Brücken und öffnete Türen. Nun müssen wir sie gehen. Sein Wirken weist Europa einen Weg nach den Werten der Aufklärung.

Wolfgang Eichwede, Historiker, 1974 – 2007 Professor für Zeitgeschichte Osteuropas in der Universität Bremen. 1982 – 2008 Gründer und Direktor der Forschungsstelle Osteuropa in Bremen.
Sonja Eichwede, 2007 – 2013 Jurastudium in Tübingen und Oslo, 2013 – 2015 Referendariat in Bremen, Nairobi, Berlin und New York. Gegenwärtig Trainee beim Europarat in Straßburg.

Beide waren mit Hans Koschnick gut befreundet.