Osterwiese 2012 – Eröffnung – Rundgang – Schaustellerfrühschoppen

AGS lädt zur Diskussion

Wie in jedem Jahr wurde die Osterwiese im ‚Riverboat‘ feierlich durch Innensenator Ulrich Mäurer eröffnet. Mit dabei Frau Keuneke vom Schaustellerverband, die lobend das Riesenrad hervorhob, das immerhin 4 Meter höher ist als das Riesenrad der Münchner Wiesn.

Ein Bummel am darauffolgenden Samstagnachmittag allerdings dämpfte die Stimmung trotz des sonnigen Frühlingstages. Eigentlich wäre das die Zeit für Familien gewesen, die mit ihren Kindern über die Osterwiese bummeln und sich in den Karussels durchschaukeln und schleudern lassen.

Beim besten Willen waren keine Schlangen an den Kassen und vollbesetzte Gondeln u. Fahrgeschäfte zu erkennen, wie es aus früheren Zeiten einfach dazugehörte. Gelangweiltes Budenpersonal an den Schießbuden und Freßbuden. Sicherlich füllt sich das etwas am Abend, wenn auch nur publikumsmäßig, d.h. das Publikum schlendert über die Osterwiese, greift nach einem Fischbrötchen, einem Eis oder einer Tüte gebrannte Mandeln.

Vielleicht ist das schon ein Ausdruck dafür, daß bei den Besuchern die Euros auch erst ein paarmal umgedreht werden bevor sie ausgegeben werden. Eine andere Überlegung wäre anzustellen, ob Kettenkarussel, Happy Sailor und Kinderkarussel noch in unsere Zeit paßt. Darüber macht man sich in Schaustellerkreisen allerdings auch Gedanken.

Das war am Rande des Frühschoppens zu erfahren, der in jedem Jahr zur Osterwiese und Freimarkt als Diskussionsforum von Schaustellern und Politikern gerne genutzt wird. Organisiert wird die Veranstaltung von der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger in der SPD (AGS) von dem jetzt einstimmig wiedergewählten Vorsitzenden, dem Genossen Peter Zerfowski und seinem Team.


(v.l.n.r.) Marita Wessel-Niepel (Leiterin des Stadtamtes), Christian Weber (Präsident der Bürgerschaft), Peter Zerfowski AGS-Vorsitzender), Holger Münch (Staatsrat für Inneres), Sükrü Senkal (Innenpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion)

Nach der Begrüßung durch den AGS-Vorsitzenden, sprach auch der Bürgerschaftspräsident Christian Weber zu den Schaustellern und versprach bei der nächsten Beerdigung des Freimarkts wieder anwesend zu sein. Eine Bitte richtete er auch noch an die Schausteller. Christian Weber bat um Verständnis dafür, daß der Karfreitag weiterhin als Ruhetag beibehalten wird. Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Rudi Robrahn erwiderte daraufhin sein Verständnis und bekräftigte das durch seine Aussage, daß es wegen des einen Tages nicht zur Pleite kommen wird. Ansonsten sollte man das ganze Unternehmen ohnehin lassen, wenn es daran liegen sollte.

Wie schon zu den Bremer Volksfesten aus dem Vorjahr war die Elektrosanierung wieder Thema. Die Bürgerschaftsabgeordnete Renate Möbius verkündete der Versammlung, daß ein Zuschlag von 2,5 Mio. EURO entstanden sei. Worauf die Schausteller mit der Forderung nach einer Kostenanalyse reagierten. Diese Forderung wird im Übrigen auch durch einen Antrag seitens der AGS unterstützt. Rudi Robrahn forderte in seiner Rede auch eine Ausbildung zum Schausteller als Lehrberuf. Zu einem Schlagabtausch kam es noch über das Vergabeverfahren seitens des Stadtamtes über die Zulassung zu einem Standplatz auf der Bürgerweide bzw. Marktplatz. Denn, so die Schausteller, kann es nicht sein, daß zwei ‚wilde Mäuse‘ zugelassen werden und andere Fahrgeschäfte draußen bleiben sollen. Im Stadtamt will man sich aber noch über eine Verbesserung Gedanken machen.

Trotz Kabelbrand, der die Mirkofone erstummen ließ, verlief der Frühschoppen in sachlicher Atmosphäre. Insofern war die Veranstaltung auch für Nicht-Schausteller sehr informativ und die Probleme des ‚fahrenden Volkes‘ nachvollziehbar.

Gerd Rohde
SPD-Ortsverein Schwachhausen Süd/Ost

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