Unternehmer informieren sich über Energiewende

AGS in Oldenburg

Am Donnerstag, 18. August, widmete sich die Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen (AGS) auf Einladung der Oldenburger AGS-Genossen dem Thema regenerative Energien. Bei einem Besuch des Einrichtungshauses Möbel Buss in Oldenburg-Tweelbäke informierten sich die Teilnehmer über die größte Solaranlage Oldenburgs. Dass Energiepolitik nicht nur ein bundespolitisches, sondern auch ein kommunalpolitisches Thema ist, wurde sehr deutlich.

Projektentwickler Thomas Haukje und Möbelhaus-Geschäftsführer Marcus Buss berichteten über die Planung, Konzeption und den erfolgreichen Betrieb des Solarparks Oldenburg 1. Mit einem Investitionsvolumen von 1,7 Mio € wurde das Projekt in einer Rekordzeit von wenigen Monaten realisiert. Inzwischen produziert die auf dem Dach des Einrichtungshauses befindliche Anlage jährlich über 500.000 Kilowattstunden Strom, was dem Bedarf von gut 150 Familien- oder 600 Singlehaushalten entspricht.Dabei werden weit über 300.000 Tonnen CO2-Ausstoß jährlich vermieden. 3.000 Solarmodule sind dafür installiert worden. Ein Gutteil der Investition blieb durch die Einbindung ortsansässiger Planer und Metallbauer dabei in der Region.

„Ökologie und Ökonomie, so zeigt sich hier erneut, sind kein Widerspruch“, konstatierte Peter Zerfowski, Landesvorsitzender der AGS Bremen, „und getragen werden Innovationen erneut von nachhaltig denkenden Mittelständlern.“

Vor dem Hintergrund dieses erfolgreichen Beispiels von regional genutzten erneuerbaren Energien bestand im Publikum Einigkeit darüber, dass der zwischenzeitliche Ausstieg vom Atomausstieg eine klare politische Fehlentscheidung der amtierenden Bundesregierung war. „Die Kosten dieses energiepolitischen Zick- Zack-Kurses sind (…) für unsere Volkswirtschaft enorm“, so Christoph Marquardt, Vorsitzender der Oldenburger AGS in seinem Statement. Er rief die anwesenden Unternehmer auf, die endgültige Energiewende jetzt auch politisch einzufordern und Druck auf die Politik auszuüben.
Der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote betonte in seiner Rede, dass der neue Energiekonsens auf allen Ebenen getragen werden müsse. Sowohl kommunal und regional, als auch national und europäisch müsse Klarheit über die Vorgehensweise erzielt werden – und das möglichst parteiübergreifend. Dabei schlug er den Bogen nach Bremen; in langjährigen Gesprächen mit den atomorientierten französischen Fraktionskollegen im Europaparlament stellte eine gemeinsame Besichtigung der erfolgreichen bremischen Windenergieprojekte den Wendepunkt dar.

 

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